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Bundesweite Störung

insbesondere der Telefonie
16. August 2026 durch
Bundesweite Störung
Fluxpunkt GmbH, Fabian Wolf

Bundesweite Störung bei Gamma/HFO: Auswirkungen auf SIP-Trunks unserer Kunden

Letzte Aktualisierung: 17. August 2026, 07:30 Uhr

Aktueller Stand



StatusDienste laut Gamma wieder stabil — Vorfall bleibt unter erhöhter Beobachtung
Beginn15. August 2026, 04:41 Uhr

Entwarnung

16. August 2026, 23:42 Uhr (unter Vorbehalt)

Betroffener DienstNGN-Telefonie von Gamma Communications (vormals HFO Telecom) — teilweiser Ausfall
UrsacheLeck im Kaltwassersystem des Rechenzentrums FR5, Frankfurt — Ausfall der gesamten Klimatisierung
Fluxpunkt-eigene DiensteNicht betroffen

Das Wichtigste in Kürze

Seit dem frühen Morgen des 15. August 2026 kommt es bundesweit zu Einschränkungen in der NGN-Telefonie, insbesondere von Gamma Communications — dem Anbieter, der vor einigen Jahren die HFO Telecom übernommen hat.

Auslöser war ein Leck im Kaltwassersystem des Equinix-Rechenzentrums FR5 in Frankfurt, durch das die Klimatisierung des gesamten Gebäudes ausfiel und einer von mehreren NGN-Standorten von Gamma nicht mehr zur Verfügung steht.

Weil viele unserer Kunden ihre SIP-Trunks über Gamma bzw. die frühere HFO beziehen, wirkt sich das unmittelbar auf deren Telefonie aus. Wir beobachten die Lage seit Beginn des Vorfalls, stehen mit den betroffenen Kunden in Kontakt und aktualisieren diesen Artikel fortlaufend.

FR5 in Frankfurt beherbergt viele verschiedene Unternehmen und deren Dienste, die alle gleichermaßen betroffen sind.

Seit Sonntagnacht ist die Lage entspannt: Gamma meldete am 16. August um 23:42 Uhr, dass die betroffenen Dienste erfolgreich auf zusätzliche Infrastrukturressourcen migriert wurden und stabil zur Verfügung stehen. Der Vorfall bleibt aber unter erhöhter Beobachtung — eine formale Entstörung ist das noch nicht. Wer heute früh Auffälligkeiten bemerkt, meldet diese bitte uns oder Gamma direkt unter https://stoerung.gammacommunications.de/

Ausdrücklich nicht betroffen sind unsere eigenen Dienste. Die Fluxpunkt-Infrastruktur, unser Hosting-Angebot und weitere SaaS-Dienste arbeiten normal. Auch die Dienste von STARFACE selbst sind nach unserem Kenntnisstand nicht beeinträchtigt.

Was ist passiert?

Der Auslöser: Kältemittelaustritt im Equinix FR5

Equinix dokumentiert den Vorfall in einer offiziellen Operations Incident Notice unter der Nummer INC0293650. Betroffen ist das Rechenzentrum IBX FR5, Kleyerstraße 90, 60326 Frankfurt am Main.

Am 15. August 2026 um 04:41 Uhr Ortszeit stellte das Equinix-Personal ein Leck an einer Leitung fest, die ein CRAH-Klimagerät (Computer Room Air Handler) versorgt. Der Schaden legte die Kühlung im gesamten Gebäude lahm.

Die Folgen beschreibt Equinix ungewöhnlich deutlich:

  • Temperaturen von bis zu 50 Grad Celsius in den betroffenen Datenhallen.
  • Kunden in den betroffenen Hallen wurden ausdrücklich aufgefordert, ihre Business-Continuity-Pläne zu prüfen.
  • Der Zutritt zur eigenen Hardware blieb gesperrt — wegen Wasser und stromführender Teile in den betroffenen Bereichen.

Damit war eine Kette in Gang gesetzt, die typisch für Kälteausfälle in Rechenzentren ist:

  1. Kühlung bricht zusammen. Ohne Kaltwasserkreislauf steigt die Temperatur in den Serverräumen innerhalb von Minuten in einen kritischen Bereich — hier bis auf ca. 50 °C.
  2. Wasser auf der Fläche. Hardware auf den betroffenen Ebenen durfte aufgrund elektrischer Sicherheitserwägung nicht wieder eingeschaltet werden.
  3. Zutritt gesperrt. Techniker der Rechenzentrumskunden erhielten zunächst gar keinen Zugang zu ihrer eigenen Hardware — die Wiederinbetriebnahme lag damit vollständig außerhalb ihrer Kontrolle.
  4. Brandschutz ausgelöst. Auf Ebene 3 sprach in den Modulen 315 und 320 die Wassernebel-Löschanlage an und wurde anschließend isoliert; die Gebäude-Brandmeldeanlage war zeitweise außer Betrieb.

Die Instandsetzung zog sich über den gesamten Tag: Leck schließen, ein zweites Leck isolieren, Kaltwasser- und Puffertanks wieder befüllen, Pumpen und Kältemaschinen einzeln anfahren, mobile Kühlgeräte und Entfeuchter einbringen, Wasser absaugen. Erst am Abend des 15. August waren die Temperaturen stabil und der Zutritt für Technikerteams — unter Begleitung — wieder möglich.

 Bildnachweis: Quelle Equinix


Warum die Telefonie länger braucht

Gamma betreibt seine NGN-Plattform an mehreren Standorten mit Redundanz- und Lastverteilungsmechanismen. Diese haben gegriffen: Die Dienste des ausgefallenen Standorts wurden automatisch auf die verbleibenden Standorte verteilt.

Genau darin liegt aber auch das fortbestehende Problem. Die verbleibenden Standorte tragen seither eine deutlich erhöhte Last. Das äußert sich als Verzögerungen bei SIP-Registrierungen, eingeschränkte Erreichbarkeit und Beeinträchtigungen der Anrufsignalisierung — also nicht zwingend als Totalausfall, sondern leider als schwankende, schwer vorhersehbare Verfügbarkeit.

Hinzu kommt: Hardware, die stundenlang bei bis zu 50 °C stand und anschließend hart abgeschaltet blieb, kommt erfahrungsgemäß nicht auf Anhieb zurück.

Gamma räumte am Morgen des 16. August ein, dass sich die Auswirkungen umfangreicher erwiesen haben als zunächst angenommen, und stellt parallel zur Instandsetzung vor Ort zusätzliche Infrastrukturressourcen bereit.

Zur Einordnung:
Das ist keine „Kellerbude“ 

 Equinix FR5 ist ein IBX-Rechenzentrum im Frankfurter Westen und einer der bedeutenden Interconnection-Standorte Deutschlands. Equinix beschreibt ihn als direkte, verrechnungsfreie IP-Interconnection-Infrastruktur für Banken-, Handels- und Telekommunikationsinfrastruktur in Deutschland.

Mehr erfahren

Bildnachweis: Quelle Equinix


MerkmalAusführung
Colocation-Fläche7.257 m² in einem sechsgeschossigen Gebäude
StromversorgungN+1 Redundanz, Verteilung 230 V / 400 V
USVN+1 Redundanz
NetzersatzanlagenN+1 Redundanz, 30 Stunden Autonomie oder mehr bei Volllast
KühlungN+1 Redundanz
BrandfrüherkennungAnsaugrauchmelder (HSSD/VESDA) plus konventionelle Melder
BrandunterdrückungDouble-Interlock-Pre-Action-Anlage
HochwasserschutzGebäude liegt oberhalb des 500-jährlichen Bemessungshochwassers
SicherheitSicherheitspersonal vor Ort
Verfügbarkeitszusage99,9999 %+ (Equinix-Zusage global)

Dazu kommt ein Zertifizierungsprofil, das kaum Lücken lässt: ISO 9001, ISO 14001, ISO 22301, ISO 27001, ISO 45001, ISO 50001, PCI DSS, SOC 1 Type II, SOC 2 Type II, EU Code of Conduct, Climate Neutral Data Centre Pact und Cyber Essentials. ISO 22301 ist dabei die Norm für Business Continuity Management — also genau für den Umgang mit Vorfällen dieser Art.

Warum N+1 diesen Fall nicht verhindert hat

Hier wird es interessant und lehrreich. FR5 hat N+1-Kühlredundanz. Trotzdem fiel die Kühlung des gesamten Gebäudes aus.

N+1 bedeutet: Es gibt eine Komponente mehr, als für den Betrieb nötig wäre. Fällt ein Klimagerät aus, übernehmen die übrigen. Diese Redundanz schützt zuverlässig gegen den Ausfall einzelner Geräte.

Sie schützt aber nicht gegen einen Defekt am gemeinsam genutzten Medium. Alle Klimageräte hängen am selben Kaltwasserkreislauf. Ein Leck in diesem Kreislauf trifft nicht ein Gerät, sondern die Versorgung aller Geräte gleichzeitig. In der Zuverlässigkeitstechnik heißt das Common-Mode-Failure — ein Fehler, der redundante Pfade gemeinsam ausschaltet, weil sie eine Ressource teilen. Redundanz vervielfacht Komponenten, nicht das Wasser in den Rohren.

Dazu kamen zwei Effekte, die in keinem Redundanzdiagramm stehen:

  • Wasser und Strom vertragen sich nicht. Selbst als die Kühlung wieder lief, durfte Hardware nicht eingeschaltet werden, solange Wasser auf der Fläche stand. Eine Sicherheitsregel mit denselben Konsequenzen.
  • Menschen kommen nicht rein. Die Betreiber der Hardware wurden ausgesperrt. Wer sein System hätte kontrolliert herunterfahren oder wieder hochfahren wollen, konnte es schlicht nicht.

Die Lehre aus diesem Vorfall: Ein Rechenzentrum der obersten Kategorie schützt hervorragend gegen die Ausfälle, für die es ausgelegt ist. Gegen einen physikalischen Unfall schützt es nicht — und keine Anlage der Welt tut das. Verfügbarkeit entsteht deshalb nicht innerhalb eines Gebäudes, sondern zwischen mehreren voneinander unabhängigen Gebäuden.

Genau darum sind wir gerne zurückhaltend, wenn es heißt: „Das Rechenzentrum ist redundant, da kann nichts passieren." Doch, kann es. Am 15. August um 04:41 Uhr ist es passiert.

Wer ist betroffen
— und wer nicht?

Betroffen

  • SIP-Trunks über Gamma Communications / vormals HFO Telecom. Das ist bei uns der mit Abstand größte betroffene Kunenkreis. Gamma führt die NGN-Telefonie derzeit als „teilweiser Ausfall".
  • Vereinzelt können auch SIP-Trunks anderer Provider Auffälligkeiten zeigen, wenn diese Vorleistungen über dieselbe Infrastruktur beziehen. Das prüfen wir im Einzelfall.

Nicht betroffen

  • Fluxpunkt-eigene Dienste — unsere Systeme, unser Hosting und unser Lizenzserver laufen unverändert. Es gibt keinen Anlass zu Maßnahmen auf dieser Seite.
  • STARFACE-Dienste — nach unserem Kenntnisstand keine Beeinträchtigungen.
  • Gamma meldet für Cloud PBX, Festnetz-Telefonie, Mobilfunk, Internet, Domain, Servicerufnummern und Portale durchgängig den Status „funktionsfähig". Der Vorfall betrifft gezielt die NGN-Telefonie.

Welche Symptome Sie konkret sehen können

Wenn Ihre Telefonanlage an einem betroffenen Trunk hängt, äußert sich das typischerweise so:

  • SIP-Registrierung schlägt fehl oder wechselt den Status — der Trunk in der Anlage wechselt zwischen „registriert" (grün) und „nicht registriert" (rot).
  • Eingehende Anrufe kommen nicht an oder erreichen die Anlage nur teilweise.
  • Ausgehende Verbindungen brechen beim Verbindungsaufbau ab oder werden mit einer Fehlerursache abgewiesen.
  • Verzögerter Rufaufbau — deutlich längere Wartezeit bis zum Freizeichen.
  • Sporadische Erfolge zwischen Fehlversuchen, weil die Last auf den verbleibenden Standorten schwankt.

Wichtig zur Einordnung: Diese Symptome entstehen außerhalb Ihrer Telefonanlage. Ein Fehler in der STARFACE-Konfiguration oder in einem Fluxpunkt-Modul liegt nicht vor.

Was wir tun

  • Wir überwachen die Trunk-Registrierungen der betroffenen Kundensysteme und verfolgen die Statusmeldungen von Gamma laufend.
  • Wir können die Dauer der Unterbrechung schlecht abschätzen, prüfen aber gerne Ausweichoptionen im Einzelfall — etwa Umleitungen oder die Nutzung eines vorhandenen Zweit-Trunks, sofern eingerichtet. Wir können Ihnen innerhalb weniger Minuten einen weiteren Provider in Ihrer Anlage aktivieren.
  • Wir halten diesen Artikel aktuell, damit Sie den Stand jederzeit selbst nachlesen können.

Was Sie selbst tun können

Bitte keine Panik-Umkonfiguration. Änderungen an der Trunk-Konfiguration helfen bei einer anbieterseitigen Störung nicht und erschweren später die Fehlersuche. Ebenso wenig hilft ein wiederholter Neustart der Anlage — im Gegenteil, forcierte Neu-Registrierungen erhöhen die Last auf der ohnehin belasteten Plattform.

Sinnvoll sind dagegen:

  1. Erreichbarkeit über einen zweiten Weg sichern. Richten Sie für kritische Rufnummern eine Weiterleitung auf Mobilnummern ein — idealerweise providerseitig, damit sie unabhängig vom gestörten Trunk greift.
  2. Kunden und Mitarbeitende informieren. Ein kurzer Hinweis auf der Website oder in der Signatur mit einer alternativen Kontaktmöglichkeit nimmt viel Druck aus der Situation.
  3. Zweit-Trunk aktivieren, falls vorhanden. Wenn Sie einen Backup-Trunk bei einem anderen Anbieter haben, unterstützen wir gern bei der Umschaltung.
  4. Beobachtungen an uns melden — Zeitpunkt, betroffene Rufnummer und Richtung (ein-/ausgehend) helfen uns bei der Einordnung.

Chronologie — Gamma

Maßgeblich für Ihre Telefonie. Neueste Meldung zuerst. Zeiten in MESZ.

17. August 2026, 07:30 Uhr — Fluxpunkt

Zum Wochenstart: Nach der Entwarnung von Gamma in der Nacht sehen wir bei den von uns überwachten Trunks keine auffälligen Registrierungsprobleme mehr. Der Vorfall ist bei Gamma weiterhin nicht formal geschlossen, sondern läuft unter erhöhter Beobachtung. Bitte melden Sie uns Auffälligkeiten, die Ihnen heute früh begegnen.

In Supportforen gibt es derzeit noch vereinzelt Berichte über Probleme, die wir aber weder verifizieren noch dem Ausfall kausal zuordnen können.

16. August 2026, 23:42 Uhr — Gamma

Entwarnung unter Vorbehalt. Die in den vergangenen Stunden umgesetzten technischen Maßnahmen zeigen laut Gamma die gewünschte Wirkung: Die betroffenen Dienste wurden erfolgreich auf zusätzliche Infrastrukturressourcen migriert und stehen nach aktuellem Stand stabil zur Verfügung.

Die Plattform arbeite wieder mit der erwarteten Funktionalität und Performance; SIP-Registrierungen, Verbindungsaufbau und telefonische Erreichbarkeit zeigten ein unauffälliges Verhalten. Wegen des Umfangs des ursprünglichen Schadensereignisses bleibt der Vorfall jedoch weiterhin unter erhöhter Beobachtung. Gamma geht nach aktuellem Stand davon aus, dass die Auswirkungen der Störung behoben sind, und überwacht die Systeme engmaschig weiter.

16. August 2026, 21:30 Uhr — Fluxpunkt

Die Störung ist weiterhin nicht behoben. Gamma führt die NGN-Telefonie unverändert als „teilweiser Ausfall". Alle übrigen Dienste des Anbieters — Cloud PBX, Festnetz, Mobilfunk, Internet, Domain, Servicerufnummern und Portale — sind als funktionsfähig gemeldet. Wir beobachten weiter.

16. August 2026, 09:18 Uhr — Gamma

Gamma meldet, dass sich die Auswirkungen des Wasserschadens umfangreicher erwiesen haben als zunächst angenommen. Die Arbeiten vor Ort dauern in enger Abstimmung mit dem Rechenzentrumsbetreiber an. Parallel werden zusätzliche Infrastrukturressourcen bereitgestellt und schrittweise in Betrieb genommen.

Die Verfügbarkeit der Plattform konnte dadurch bereits verbessert werden. Einschränkungen bei SIP-Registrierungen, der telefonischen Erreichbarkeit und beim Verbindungsaufbau bleiben jedoch möglich. Die Wiederherstellung erfolgt sukzessive; Ziel bleibt die vollständige Verfügbarkeit im Laufe des Tages.

15. August 2026, 21:45 Uhr — Gamma

Gamma nennt als Ursache einen Wasserschaden in einem zentralen Rechenzentrum. Man befinde sich in enger Abstimmung mit dem Betreiber. Trotz aktivierter Redundanzmechanismen komme es weiterhin zu Einschränkungen bei einzelnen Diensten — insbesondere SIP-Registrierungen, telefonische Erreichbarkeit und Verbindungsaufbau. Zusätzliche Ressourcen werden bereitgestellt. Ziel: vollständige Verfügbarkeit im Laufe des Sonntags.

15. August 2026 — Gamma

Aufgrund einer Havarie in einem zentralen Rechenzentrum steht einer von mehreren NGN-Standorten nicht zur Verfügung. Die betroffenen Dienste werden automatisch über Redundanz- und Lastverteilungsmechanismen auf die verbleibenden Standorte verteilt. Durch die erhöhte Last kann es in Einzelfällen zu Verzögerungen bei SIP-Registrierungen, eingeschränkter Erreichbarkeit oder Beeinträchtigungen der Anrufsignalisierung kommen.

Chronologie — Rechenzentrum Equinix FR5 (Hintergrund)

Zur Einordnung: Die folgenden Meldungen betreffen das Rechenzentrum, nicht die Gamma-Plattform. Sie erklären, was technisch passiert ist. Der Wiederherstellungsstand im Rechenzentrum lässt keinen Rückschluss auf den Stand der Gamma-Dienste zu — Gamma muss seine Systeme nach der Freigabe erst wieder hochfahren und prüfen.

Vorfall: Equinix INC0293650 · IBX FR5 · Kleyerstraße 90, 60326 Frankfurt am Main Kurzbeschreibung laut Equinix: Ausfall des Kühlsystems durch ein erhebliches Leck im Kaltwassersystem Betroffen: mehrere Datenhallen und Module auf den Ebenen 1 bis 3

Zeit (15.08.2026)Meldung
04:41Equinix identifiziert ein Leck an einer Leitung, die ein CRAH-Klimagerät versorgt. Die Kühlung im gesamten Gebäude ist betroffen.
vormittagsTemperaturen in den betroffenen Datenhallen erreichen bis zu 50 °C. Equinix fordert die Kunden auf, ihre Business-Continuity-Pläne zu prüfen. Zutritt zur Kundenhardware gesperrt — Wasser und stromführende Teile.
06:53Leck geschlossen, Nachfüllen des Kaltwassers läuft. Mobiler Entfeuchter im Einsatz, Wasser wird abgesaugt. Kältemaschinen-Dienstleister mit einer Stunde ETA angekündigt.
08:07Leck isoliert. Ein zusätzlicher Schlauch beschleunigt das Nachfüllen, weitere Entfeuchter im Einsatz. Kein Zeitrahmen für die Behebung.
12:49Erstes Leck behoben, ein zweites Leck isoliert; Ursachensuche läuft. Nachfüllen und Wasserbeseitigung dauern an. Aufzugsanlage wiederhergestellt.
13:21 – 13:57Puffertanks befüllt, zwei Wasserpumpen gestartet, erste Kältemaschine wird angefahren. Testläufe beginnen — eine Maschine nach der anderen.
14:57 – 16:14Testläufe der Kältemaschinen laufen weiter. Auch der Brandschutz-Dienstleister arbeitet an der Wiederherstellung.
18:18Kältemaschinen kommen schrittweise zurück, Temperaturen sinken. Wasser steht jedoch weiterhin in Schlüsselbereichen — aus elektrischer Sicherheit darf keine Hardware eingeschaltet werden.
20:08Kaltwassertemperatur stabilisiert. Das Leck betrifft Ebene 2. Temporäre Kühleinheiten im Einsatz, Kältemaschinen 7, 8 und 9 wieder online. Die Wassernebel-Löschanlage hatte auf Ebene 3 in den Modulen 315 und 320 ausgelöst und wurde isoliert; die Gebäude-Brandmeldeanlage ist offline.
21:18Equinix bestätigt stabile Temperaturen. Technikerteams erhalten begleiteten Zutritt zur Fläche.

Ein vollständiger Ursachenbericht (Root Cause Analysis) von Equinix steht noch aus.

Nachbereitung

Sobald die Störung vollständig behoben ist, erwarten wir von Gamma einen Ursachenbericht sowie die Root Cause Analysis von Equinix. Wir ergänzen beides hier, sobald es vorliegt, und ordnen ein, was das für die Redundanzplanung unserer Kundenprojekte bedeutet.

Für uns ist der Vorfall ein guter Anlass, mit Ihnen über Trunk-Redundanz zu sprechen. Bemerkenswert ist ja gerade, dass die Redundanz auf Anbieterseite funktioniert hat — und trotzdem über anderthalb Tage spürbare Einschränkungen entstanden sind, weil die verbleibenden Standorte die Last nicht vollständig auffangen konnten. Ein Standort kann eben nicht nur „ausfallen", er kann auch tagelang nicht zurückkommen, wenn niemand die Halle betreten darf.

Ein zweiter SIP-Trunk bei einem unabhängigen Anbieter, sauber in der Anlage hinterlegt und regelmäßig getestet, verwandelt einen solchen Vorfall in eine Randnotiz. Wir beraten Sie gern dazu.

Kontakt

Wenn Sie betroffen sind oder unsicher sind, ob Ihr Anschluss zu den betroffenen zählt: Melden Sie sich bei uns. Wir schauen gemeinsam nach einer Lösung.

Quellen

Bildnachweis: Quelle: Equinix

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